15. Februar 2026 | Huxley’s Neue Welt, Berlin

Am Sonntagabend wurde Huxleys Neue Welt zum Schauplatz eines ganz besonderen Treffens: OMEGA X brachten ihre erste Europa-Tour “RE:CONNECT” nach Berlin und der Name hätte kaum treffender sein können.
Seit ihrem Debüt 2021 ist OMEGA X nicht nur als Musikgruppe aktiv, einige Mitglieder sind parallel auch im Schauspielbereich bekannt. Für die Europa-Tour standen jedoch nur sechs der insgesamt elf Mitglieder auf der Bühne; die restlichen konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht an dieser Tour teilnehmen. Umso deutlicher war an diesem Abend zu spüren, wie viel Herzblut die Anwesenden investierten, nicht nur als Repräsentanten der Gruppe, sondern auch stellvertretend für ihre Members.
Interessant war: Mit ihren letzten großen Releases in 2023 und 2024 hatten sie diesmal kein aktuelles Album zu promoten. Stattdessen wurde RE:CONNECT zu einer Reise durch ihre gesamte Diskographie. Von kraftvollen Titeltracks bis zu emotionaleren B-Seiten, von energiegeladenen Dance-Nummern bis zu gefühlvollen Momenten, die Setlist wirkte wie ein bewusst kuratiertes Showcase dessen, was OMEGA X musikalisch ausmacht. Unit- und Gruppenperformances sorgten für Abwechslung und gaben jedem Member Raum, individuelle Farben einzubringen, ohne dass der Flow des Abends verloren ging.
Doch ein OMEGA X Konzert lebt nicht nur von der Musik, sondern vorallem von Interaktion.

Ein bereits etabliertes Highlight ist die “Touch Challenge”. Während des Refrains von TOUCH verwandelte sich die Halle in ein Meer aus Lichtern: Mit ihren Taschenlampen formten die Fans eine La-Ola-Welle durch den gesamten Raum. Der Moment wurde gefilmt und, ganz traditionell, für Social Media festgehalten. Eine simple, aber effektive Geste, die jedes Mal aufs Neue zeigt, wie sehr diese Verbindung beidseitig gelebt wird.
Auch das Spiel “Are We Connected?” durfte nicht fehlen. Die Mitglieder bekamen ein Wort und mussten gleichzeitig dieselbe Pose einnehmen. Das klappte erstaunlich gut. Biss zum letzten Begriff. Uneinigkeit auf der Bühne bedeutete: Bestrafung. Für das Publikum allerdings ein absoluter Gewinn, denn die „Strafe“ bestand aus einer ausgedehnten Encore-Stage. Passend zu einem früheren Scherz, ein enthusiastisches „Guten Morgen!“ auf Deutsch, wurde angekündigt, man werde notfalls eben bis zum Morgen durchtanzen. Und für einen Moment fühlte es sich tatsächlich so an, als wäre alles möglich.
In den MENTs zeigte sich einmal mehr, wie locker und nahbar OMEGA X sind. Besonders deutsches Essen hatte es ihnen angetan, was vom Publikum mit auffallend lautem Jubel quittiert wurde. Member Xen bemerkte trocken, dass die Fans beim Thema Essen lauter reagieren würden als bei manchen Stages. Sein scherzhafter Abgang von der Bühne kommentierten die Anderen lachend mit den Worten: „Dann sind wir wohl nur noch fünf hier.“ Ein Running Gag, der die Stimmung zusätzlich auflockerte.

Doch nicht nur auf der Bühne wurde vorbereitet. Auch die Fans organisierten mehrere Projekte: Ein Banner-Projekt für die Encore-Stage, das später auch für gemeinsame Fotos genutzt wurde, sowie eine Deutschlandflagge, die von möglichst vielen Anwesenden unterschrieben worden war. Ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr man sich diese erste Europa-Tour gewünscht hatte.
Besonders eindrucksvoll war jedoch das rote Lichtermeer-Projekt. Vor dem Konzert wurde rotes Papier verteilt, das die Fans während der Performance von ISLAND vor ihre Taschenlampen hielten. Ein Moment, der auch den Mitgliedern nicht entging. Auf der Bühne wurde überrascht kommentiert, man habe so etwas selbst einmal bei einem Konzert von ‚Taemin Sunbaenim‘ gemacht. Eine kleine, aber bedeutungsvolle Offenbarung: Auch sie stehen manchmal im Publikum, auch sie sind Fans, auch sie kennen dieses Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein.
Und genau das machte diesen Abend aus.
RE:CONNECT war keine Tour, die ein neues Kapitel promoten sollte, sie war ein bewusstes Innehalten. Eine Rückbesinnung auf das, was OMEGA X seit 2021 aufgebaut haben. Trotz reduzierter Besetzung wirkte die Show vollständig. Vielleicht sogar persönlicher als erwartet.
Am Ende blieb das Gefühl, dass hier nicht nur performt, sondern wirklich verbunden wurde. Zwischen Bühne und Parkett, zwischen Seoul und Berlin, zwischen Künstlern und Fans.

Wenn dieser Abend eines gezeigt hat, dann das: OMEGA X haben noch viel vor sich. Und Berlin wäre mehr als bereit für ein baldiges Wiedersehen, vielleicht beim nächsten Mal mit allen elf auf der Bühne. Bis dahin bleibt die Erinnerung an eine Halle voller rotem Licht, ein gemeinsames „Guten Morgen“ in der Nacht und eine Gruppe, die bewiesen hat, dass RE:CONNECT weit mehr ist als nur ein Tourtitel.
