23-25. Oktober 2026 | Messegelände, Berlin

Vom 23. bis zum 25. Oktober verwandelte sich die Messe Berlin ein ganzes Wochenende lang in einen Treffpunkt für Fans, Cosplayer, Künstler und alle, die sich für Anime, Manga und die japanische, sowie koreanische Popkultur begeistern. Die MEX Berlin bot dabei nicht nur jede Menge Möglichkeiten zum Stöbern, Entdecken und Mitmachen, sondern auch musikalische Highlights. Besonders für K-Pop-Fans gab es mit dem Auftritt des unabhängigen Singer-Songwriters Joje am Freitagabend und der K-Pop-Gruppe NCHIVE am Samstagabend zwei besondere Programmpunkte auf der Main Stage.
Mit insgesamt vier Hallen gab es auf der MEX Berlin jede Menge zu entdecken. Von der Händlerhalle über die Artist Alley bis hin zu verschiedenen Food-Ständen war für unterschiedliche Interessen etwas dabei. Wer zwischendurch eine Pause vom Schlendern brauchte, konnte das Maid Café besuchen, auf dem Bring-and-Buy-Markt nach neuen Schätzen suchen oder an einem der zahlreichen Workshops teilnehmen. Auch Fansign-Events und weitere Programmpunkte sorgten dafür, dass es über das gesamte Wochenende hinweg kaum langweilig wurde.

Auch für K-Pop-Fans lohnte sich nicht nur der Blick auf die Bühnen. Sowohl in der Händlerhalle als auch in der Artist Alley fanden sich immer wieder passende Kleinigkeiten und Fanartikel. Neben Alben gab es unter anderem Fanart, Toploader und Anhänger zu entdecken. Damit bot die Convention auch abseits der Konzerte zahlreiche Gelegenheiten, das eigene Hobby auszuleben und vielleicht die ein oder andere Kleinigkeit mit nach Hause zu nehmen.
Auch das Bühnenprogramm war abwechslungsreich gestaltet. Auf insgesamt drei Bühnen verteilten sich an allen drei Tagen unterschiedliche Programmpunkte. Für K-Pop-Fans standen dabei vor allem die beiden koreanischen Acts auf der Mainstage im Mittelpunkt. Während Joje am Freitagabend die Bühne übernahm, bildeten NCHIVE am Samstagabend den musikalischen Abschluss des Tages. Zusätzlich fand am Freitag ein Fansign-Event mit NCHIVE statt, sodass Fans bereits vor dem eigentlichen Konzert die Möglichkeit hatten, der Gruppe näherzukommen.

JOJE: Der energiegeladene Genre-Mix am Freitagabend
Den ersten musikalischen Töne aus Korea lieferte am Freitagabend JOJE. Der Singer-Songwriter aus Seoul lässt sich nur schwer einem einzelnen Genre zuordnen. Seine Musik verbindet Indie, elektronische Klänge, Rock und Pop zu einem ganz eigenen Stil, der sich nicht in eine Schublade stecken lässt. Bereits Auftritte in Europa und Asien, so wie sein Auftritt bei der DoKomi in Düsseldorf im vergangenen Jahr, hatten gezeigt, dass seine Musik auch außerhalb Koreas ein Publikum findet.
Auf der Main Stage der MEX Berlin bewies JOJE, dass es dafür nicht unbedingt eine riesige Menschenmenge braucht. Auch ein vergleichsweise kleines Publikum konnte er mit seiner Energie mitreißen. Seine Songs wirkten dabei atmosphärisch und persönlich, ohne dass die Performance an Dynamik verlor. Viel mehr schien sich seine eigene Begeisterung direkt auf die Stimmung vor der Bühne zu übertragen.
Besonders sympathisch war, wie selbstverständlich JOJE das Publikum in seine Show einbezog. An einer Stelle ließ er die Fans entscheiden, ob sie lieber einen eigenen Song oder ein Cover hören wollten. Am Ende musste sich das Publikum allerdings gar nicht wirklich entscheiden, denn JOJE spielte beide Varianten. Das Cover war „APT“, welches für zusätzliche Begeisterung sorgte.

Sein rund 45-minütiges Set bot eine abwechslungsreiche Mischung aus verschiedenen musikalischen Einflüssen. Dabei beschränkte er sich nicht darauf, seine Songs einfach nur zu präsentieren. Stattdessen mixte er seine Musik live auf der Bühne und machte so auch den musikalischen Entstehungsprozess zu einem Teil der Performance.
Ein besonderer Moment war ein Song, der offiziell noch unveröffentlicht und eigentlich nicht einmal vollständig fertiggestellt war. Davon war während des Auftritts allerdings kaum etwas zu merken. JOJE performte so überzeugend, dass es sich problemlos in das restliche Set einfügte und keineswegs wie eine unfertige Demo wirkte.

Auch die rockigere Seite seiner Musik kam nicht zu kurz. E-Gitarren und ausdrucksstarke Solos verliehen dem Auftritt zusätzliche Kraft und sorgten für einen spannenden Kontrast zu den atmosphärischeren Momenten. Gerade dieser Wechsel zwischen elektronischen Elementen, Pop- und Rock-Einflüssen machte das Set so abwechslungsreich.
JOJE gelang es, innerhalb von 45 Minuten eine eigene musikalische Welt aufzubauen und das Publikum darin mitzunehmen. Sein Auftritt war experimentierfreudig und voller Energie: ein gelungener Auftakt für das koreanische Musikprogramm der MEX Berlin.

NCHIVE: Der energiegeladene Konzertabschluss am Samstagabend
Am Samstagabend gehörte die Main Stage schließlich NCHIVE. Die sechsköpfige K-Pop-Gruppe, die 2024 ihr Debüt feierte, machte im Rahmen ihrer globalen Tour Halt in Berlin. Die Tour führte sie durch sechs Städte in vier Ländern auf zwei Kontinenten, und die MEX Berlin wurde dabei zu einer wichtigen Station für die Gruppe und ihre Fans ‚SAVE’.
Schon während der ersten Songs wurde deutlich, dass NCHIVE genau wusste, wie man eine Bühne füllt. Präzise Choreografien, starke Vocals und ein Sound, der Dance, Rap und Hip-Hop miteinander verbindet, sorgten für eine Performance, die von Anfang bis Ende von Energie getragen wurde. Die sechs Mitglieder harmonieren auf der Bühne und schafften es, sowohl musikalisch als auch tänzerisch ein überzeugendes Gesamtbild abzuliefern.

Dabei setzte das Konzert nicht nur auf gemeinsame Gruppenperformances. Stattdessen bekam jedes Mitglied die Gelegenheit, sich auch individuell zu präsentieren. Solo- und Unit-Stages lockerten die Setlist auf und zeigten unterschiedliche Facetten der Gruppe. Ob mit Cover-Songs wie Justin Bieber’s „Baby“ oder einer Dance-Cover-Performance von ATEEZ’ „BAD“. Die einzelnen Mitglieder konnten so ihre persönlichen Stärken zeigen und eigene Akzente setzen.
Gerade diese Aufteilung gab dem Konzert zusätzliche Dynamik. Statt dass sich die Performance ausschließlich auf die gemeinsame Präsenz der Gruppe konzentrierte, bekam jedes Mitglied seinen eigenen Moment. So konnten die Fans nicht nur die Gruppe als Ganzes erleben, sondern auch die individuellen Persönlichkeiten und Talente hinter NCHIVE besser kennenlernen.

Natürlich durften auch die Interaktionen mit dem Publikum nicht fehlen. Mehrmals kamen die Mitglieder während des Konzerts bis an die Barrikade, machten Selfies mit den Fans und hielten Hände. Diese Momente sorgten für besonders viel Begeisterung und ließen die Distanz zwischen Bühne und Publikum für kurze Zeit verschwinden. Gerade bei einer Convention, bei der viele Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Interessen teilen, wurden solche Begegnungen zu einem wichtigen Teil des Konzerterlebnisses.
Mit dem regulären Set war die Stimmung allerdings noch lange nicht am Ende. Die anschließende Encore fiel ausgiebig aus und gab NCHIVE noch einmal die Gelegenheit, die Energie des Abends voll auszukosten.
Ein besonderes Highlight waren die Konfettikanonen, die für zusätzliche Atmosphäre sorgten. Vor allem Juyoung schien mit einer der Kanonen bis zum Schluss zu kämpfen. Erst Leader HA.L erlöste ihn schließlich, indem er sie für ihn auslöste. Ein kleiner, humorvoller Moment, der perfekt zur ausgelassenen Stimmung der Encore passte.

Auch musikalisch hatte die Zugabe noch einiges zu bieten. Mit BTS-Covern von „Fire“ und „Not Today“ griff NCHIVE zwei Songs auf, die sich bestens für eine energiegeladene Performance eigneten. Zusätzlich kehrte die Gruppe noch einmal zu „Inception“ zurück und gab den Fans damit die Gelegenheit, den Song erneut zu erleben.
Enden durfte der Abend mit „Explode“. Ein passender Abschluss für ein Konzert, das von Anfang bis Ende auf Energie gesetzt hatte. Nach einer langen Encore und jeder Menge Konfetti verabschiedeten sich NCHIVE von den Fans und beendeten damit den Samstagabend auf der Main Stage mit einem echten Knall.

Die MEX Berlin zeigte vom 23. bis zum 25. Oktober, wie vielfältig eine Convention sein kann. Vier große Hallen und vier Geschosse voller Händler, Künstler, Workshops, kulinarischer Angebote und weiterer Aktivitäten sorgten dafür, dass sich das Wochenende nicht allein auf einzelne Programmpunkte reduzieren ließ. Es gab immer etwas zu entdecken, und gerade die Mischung aus Shopping, Community-Erlebnissen und Bühnenprogramm machte den Besuch abwechslungsreich.
Für K-Pop-Fans waren insbesondere JOJE und NCHIVE zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen interessante Highlights. JOJE, überzeugend mit einem persönlichen, genreübergreifenden Set, viel musikalischer Freiheit und einer Energie, die auch ein kleineres Publikum mitnehmen konnte und NCHIVE, welche dagegen auf die volle Kraft einer K-Pop-Performance setzen: präzise Choreografien, starke Vocals, abwechslungsreiche Solo- und Unit-Stages sowie zahlreiche Fan-Interaktionen.
Beide Auftritte zeigten auf ihre eigene Weise, wie unterschiedlich koreanische Live-Musik aussehen kann.

Am Ende blieb von der MEX Berlin ein Wochenende voller Eindrücke, neuer Entdeckungen und musikalischer Erinnerungen. Ob beim Stöbern in der Artist Alley, beim Erkunden der Händlerhalle, bei einem Workshop oder vor der Main Stage: die Convention bot zahlreiche Gründe, immer wieder stehen zu bleiben und sich auf etwas Neues einzulassen.
Für K-Pop-Fans waren die Auftritte von JOJE und NCHIVE dabei zwei besonders gelungene Gründe, die MEX Berlin nicht nur als Convention, sondern auch als musikalischen Treffpunkt in Erinnerung zu behalten.
