KINO 2026 World Tour „FREE KINO“ in Berlin

04. Februar 2026 | Kesselhaus in der Kulturbrauerei, Berlin

Am Mittwoch war es nach beinahe sieben Jahren endlich so weit: KINO kehrte für ein Konzert nach Berlin zurück. Im Rahmen der FREE KINO World Tour brachte er seine Songs diesmal solo auf die Bühne. Die Stadt zeigte sich von ihrer winterlichsten Seite. Eisige Temperaturen, verschneite Straßen und dennoch versammelten sich die Fans schon früh vor der Halle. Der frühe Einlass begann um 18:45 Uhr, der reguläre folgte um 19:10 Uhr, während VIP-Gäste bereits etwas früher Zutritt erhielten. Draußen klirrte die Kälte, drinnen lag eine spürbare Vorfreude in der Luft.

Passend dazu fand unweit der Venue ein Bubble Tea Event von Pao Pao statt, das dem Abend einen besonderen Rahmen verlieh. Besonders angenehm war die Möglichkeit, den Merch bereits vorab online zu bestellen und direkt an der Halle abzuholen, ganz entspannt vor oder nach dem Konzert. Ein kleines Detail, das viel zur insgesamt reibungslosen Organisation beitrug.

Dass dieser Abend überhaupt stattfinden konnte, war jedoch keine Selbstverständlichkeit. Kino hatte auf dem Weg von Frankfurt nach Berlin mit erheblichen Reiseproblemen zu kämpfen. Gecancelte Flüge, ein geschlossener Berliner Flughafen und lange Umwege machten die Anreise kompliziert. Umso beeindruckender war es, dass er pünktlich und voller Energie auf der Bühne stand. Rückblickend verlieh genau das dem gesamten Abend eine zusätzliche Tiefe.

Thematisch fühlte sich das Konzert wie eine lebendige Umsetzung von Dirty Boy an. Durch die Zeile „if you need me come find me in berlin“ bekam dieser Tourstopp etwas Manifestiertes, beinahe Schicksalhaftes. Und genau so begann auch die Show, eröffnet mit WURK. Der Auftakt war weit mehr als nur ein Song, sondern eine schauspielerische Performance, die sofort die volle Aufmerksamkeit auf sich zog. Energie pur von der ersten Sekunde an.

Der Abend war klar strukturiert und in mehrere Abschnitte unterteilt, die jeweils eigene Titel und Stimmungen trugen. Der erste Teil präsentierte sich sexy und selbstbewusst. Kino führte mit großer Leichtigkeit durch das Set, füllte Übergänge mit kleinen Anekdoten und spontanen Momenten. Besonders im Gedächtnis blieb der Augenblick, in dem er der Crowd einen Tanz im sogenannten Fashion Style beibrachte, ein Move, der vermutlich noch lange in den Köpfen und Körpern der Fans nachwirken wird.

Gegen Ende der regulären Setlist folgte der Abschied, zumindest theoretisch. Das Publikum machte schnell klar, dass es damit nicht einverstanden war, und forderte ihn kurzerhand auf, einfach in Berlin zu bleiben. Kinos Antwort kam prompt: Dann würden eben alle gemeinsam zum nächsten Tourstopp nach Paris reisen. „Wenn er bezahlt“, ließ die Crowd nicht lange auf sich warten. Es wurde gerechnet und das Ergebnis belief sich auf rund 10.000 Euro. Seine trockene Reaktion lautete: „wait, I need to check my bank account first…“. Am Ende scheiterte der Plan weniger am Geld als an der Realität, denn die Venue in Paris wäre ohnehin nicht darauf ausgelegt gewesen, zusätzlich hunderte Berliner Fans aufzunehmen. Sie war bereits sichtbar gut verkauft.

Doch damit war der Abend noch lange nicht vorbei. Für eine Zugabe kehrte Kino zurück und was folgte, war eine einzige große Party. Die Bühne verwandelte sich in einen gemeinsamen Raum, Fans durften hinaufkommen, die Stimmung war ausgelassen und laut. Auch Songs seiner Band PENTAGON fanden ihren Platz und machten den Abschluss umso emotionaler. Ein wilder und ehrlicher Ausklang eines ohnehin intensiven Abends.

Der Tourname Free Kino zog sich dabei wie ein roter Faden durch die gesamte Show. Er stand nicht nur über dem Konzert, sondern war in jeder Entscheidung, jedem Übergang und jeder Interaktion spürbar. Freier in seiner Laufbahn, freier in seinen Gedanken und genau dieses Gefühl übertrug sich auf das Publikum.

Am Ende blieb das Gefühl, Teil von etwas sehr Persönlichem gewesen zu sein. Trotz Kälte, trotz Schnee, trotz Reisechaos. Ein erfolgreicher Abend, der noch lange nachhallt und hoffentlich nicht der letzte seiner Art in Berlin war.

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