2026 THE ROSE WORLD TOUR [ROSETOPIA] in Berlin

26. Juni 2026 | Uber Eats Music Hall, Berlin

Am Freitagabend herrschte in der Uber Eats Music Hall in Berlin eine Stimmung, welche sich irgendwo zwischen Feier, Rückblick und Neuanfang bewegte. The Rose brachten ihre Tour in die deutsche Hauptstadt und schufen dabei einen Abend, der trotz großer Venue erstaunlich persönlich wirkte. Zwischen neuen Songs, emotionalen Rückblicken und ehrlichen Gesprächen mit dem Publikum entstand das Gefühl, gemeinsam einen wichtigen Moment in der Geschichte der Band mitzuerleben.

Dabei begann der Abend schon vor dem eigentlichen Konzert ungewöhnlich angenehm, besonders angesichts der Tatsache, dass Berlin gerade einen der heißesten Tage seit Langem erlebte. Der Einlass war sichtbar gut organisiert. Für alle Stehplatzkategorien gab es ein Nummernsystem, wodurch niemand unnötig stundenlang auf dem Uber Platz in der Sonne warten musste. Selbst Fans, die bereits früh vor Ort waren, konnten bis 17:30 Uhr entspannt im Schatten oder im naheliegenden Einkaufszentrum bleiben. Aber auch zwischen der Aufreihung der Nummern und dem eigentlichen Einlass achtete das Personal darauf, dass die Schlangen möglichst schattige Warteplätze bekamen. Selbst Besucher ohne Nummer mussten nie direkt in der Sonne stehen. Gerade bei Temperaturen wie diesen wirkte die Organisation fast schon fürsorglich.

In der Halle selbst war von der drückenden Hitze draußen schnell nichts mehr zu spüren. Die Venue war angenehm klimatisiert: etwas, das auch Woosung während einer MENT lachend ansprach. Von der extremen Hitze in Berlin hätten die Mitglieder kaum etwas mitbekommen, meinte er, schließlich seien sie „vom klimatisierten Hotel direkt in die klimatisierte Venue“ gebracht worden. Gleichzeitig zeigte sich die Band mehrfach dankbar dafür, dass die Fans sich trotz der Temperaturen auf den Weg gemacht hatten, sie bei diesem Konzert zu begleiten.

Dass diese Tour für The Rose eine besondere Bedeutung hat, war von Beginn an spürbar. Für die nächste Zeit wird es die letzte gemeinsame Tour der Band sein. Nicht aufrund eines endgültigen Abschieds, sondern weil die vier Mitglieder sich individuell weiterentwickeln möchten. „Don’t worry, you’re still going to see us! Just probably not in this constellation for a little while“, erklärte Woosung dem Publikum. Soloalben, DJ-Sets oder Schauspielprojekte stehen für die einzelnen Mitglieder im Raum. Nach fast zehn gemeinsamen Jahren wollen sie herausfinden, wer sie auch außerhalb von The Rose sind.

Trotz der Größe der Halle fühlte sich der Abend persönlich an. Die Stimmung war emotional, aber nie traurig. Eher wie eine gemeinsame Feier dessen, was die Band in den letzten Jahren aufgebaut hat. Immer wieder entstanden Momente, in denen Publikum und Band fast vollständig miteinander verschmolzen: Mitsingen, kleine Gespräche zwischendurch und eine sichtbare Dankbarkeit auf beiden Seiten.

Auch musikalisch stand der Abend ganz im Zeichen eines Übergangs. Eigentlich sollte das neue Album längst erschienen sein. Doch Woosung fiel kurzfristig aufgrund einer Stimmbandzyste aus, weshalb sich die Veröffentlichung verschob. Mittlerweile sei er „80% back to his original form“, erzählte er dem Publikum: fit genug für die Tour, aber noch nicht vollständig zufrieden mit seiner Stimme. Deshalb wird das Album nach Tourende neu aufgenommen, damit er wirklich sein Bestes geben kann.

Trotzdem präsentierte die Band bereits mehrere neue Songs, die das Publikum bis dahin noch nie gehört hatte. Dazu kamen mit „Utopia“ und „Blue Moon“ bereits zwei veröffentlichte Pre-Releases. Besonders „Blue Moon“ wurde zu einem der emotionalsten Momente des Abends. Für den Song organisierte die Fanbase ein Projekt, bei dem beinahe das gesamte Publikum blaue Rosen hochhielt, eine offensichtliche Verbindung aus Bandnamen und Songtitel, die die Halle komplett in blaues Licht tauchte.

Bemerkenswert war vor allem, wie gut die neuen Songs funktionierten, obwohl sie für viele noch komplett unbekannt waren. Die Stimmung blieb konstant euphorisch, The Rose hielten das Publikum mühelos in Feierlaune. Woosung bedankte sich dafür mit einem ehrlichen: „Thank you for trusting us and buying tickets without the album being released.“

Einer der charmantesten Momente des Abends gehörte jedoch Dojoon. Während einer MENT zog er einen kleinen Zettel aus seiner Tasche hervor. Darauf hatte er sich eine Rede auf Deutsch notiert, die er anschließend langsam und gut verständlich vorlas. Gerade weil der Moment offensichtlich vorbereitet war und man merkte, wie wichtig es ihm war, direkt mit den Fans kommunizieren zu können, wirkte die Szene umso herzlicher.

Zusätzliche Emotionalität bekam der Abend durch das Jubiläum der Band. Offiziell hatte The Rose ihr Debut zwar 2017, sie verbringen aber bereits seit 2016 fast täglich Zeit miteinander. Für die vier markiert dieses Jahr also ihr gemeinsames zehnjähriges Kapitel: ein Anlass, der die geplante Pause für sie offenbar noch bedeutungsvoller macht.

Zwischen dem letzten regulären Song und dem Encore wurde ein Video eingespielt, das Aufnahmen aus allen gemeinsamen Jahren zeigte: von ersten Clips aus 2016 über vergangene Touren bis hin zu aktuellen Momenten aus 2026. Spätestens hier wurde es in der Halle sichtbar emotional. Viele Fans standen schweigend da, einige mit Tränen in den Augen, während auf den Leinwänden ein ganzes Jahrzehnt Bandgeschichte vorbeizog.

Doch anstatt den Abend so melancholisch enden zu lassen, kamen The Rose noch einmal zurück auf die Bühne, spielten weitere Songs und verabschiedeten sich mit genau der Energie, die den gesamten Abend geprägt hatte: dankbar, warm und hoffnungsvoll.

Wenn dieses Konzert eines gezeigt hat, dann das: Für The Rose endet gerade zwar eine Ära, aber niemand wirkt dabei wirklich ängstlich vor dem, was als Nächstes kommt. Stattdessen überwiegt die Neugier darauf, wohin die einzelnen Wege führen werden. Und wie sich all diese Wege irgendwann wieder kreuzen.