12. Juni 2026 | Zoom, Frankfurt am Main

Am Freitagabend wurde das Zoom in Frankfurt zu einem ganz besonderen Halt auf WOODZ’ erstaunlich kurzer Europa-Tour. Nach Berlin war Frankfurt bereits der zweite Deutschland-Stopp, und gleichzeitig auch schon fast das Ende der Reise. Danach stand nur noch Paris auf dem Plan: gerade deshalb fühlte sich der Abend fast ein bisschen besonders an, als hätte man für einen Moment das Glück, Teil von etwas Seltenem zu sein.
Für WOODZ war es die erste Rückkehr nach Europa seit 2023. Damals stand er allerdings nur in London und Paris auf der Bühne, bevor kurz darauf sein Militärdienst begann. In der Zeit danach passierte trotzdem unglaublich viel: Vor allem durch „Drowning“ erreichte er noch einmal ein ganz neues Level an Aufmerksamkeit und Beliebtheit, besonders in Korea. Für viele war genau dieser Song der Moment, in dem sie WOODZ wirklich für sich entdeckten.

Nach seiner Entlassung aus dem Militär ließ er seine Fans, wahrscheinlich gerade deshalb, nicht lange warten. Fast direkt danach veröffentlichte er ein neues Album mit beeindruckenden 17 Songs und startete zunächst eine große Tour durch Asien. Dort spielte er anfangs tatsächlich alle neuen Tracks live, passte die Setlist mit der Zeit aber etwas an. Auch in Europa lag der Fokus weiterhin auf dem neuen Album, ergänzt durch einige ältere Songs, die bei vielen Fans längst Klassiker geworden sind.
Schon vor Konzertbeginn wurde klar, dass Frankfurt eine ganz eigene Stimmung bekommen würde. Das Zoom war deutlich kleiner als die anderen Venues der Tour und genau das machte den Abend am Ende so besonders. Bereits beim Soundcheck war die Halle überraschend voll, weil sowohl VIP- als auch Priority-Entry-Tickets Zugang hatten. Noch bevor das eigentliche Konzert begann, lag bereits diese gespannte, aufgeregte Stimmung in der Luft.
Draußen regnete es allerdings den ganzen Tag immer wieder. Frankfurt zeigte sich grau, nass und ziemlich ungemütlich. Drinnen spielte das aber schnell keine Rolle mehr. Sobald WOODZ die Bühne betrat, wurde es laut, energiegeladen und gleichzeitig irgendwie vertraut in einem kleinen Rahmen.

Eine kleine Herausforderung musste sich WOODZ in Frankfurt aber stellen: Er ist mit einer leichten Erkältung aufgewacht. Wirklich anmerken ließ er sich die angeschlagene Stimme kaum. Mit Sonnenbrille, seiner Liveband und dieser natürlichen Rockstar-Ausstrahlung zog er das Publikum sofort mit sich. Gerade mit Band entfalten seine Songs live noch einmal eine ganz andere Energie: lauter, emotionaler und intensiver als auf Aufnahme.
Besonders viel Aufmerksamkeit bekam auf dieser Tour auch Bassistin Kyung-ah. Viele Fans waren komplett begeistert von ihr, manche scherzten sogar, sie sei inzwischen ihr „Bias“. Inmitten des Publikums bildete sich sogar ihr ganz eigener Fanclub, welchen sie freudig filmte und auf Instagram postete.
Trotz der rockigen Atmosphäre blieb das Konzert gleichzeitig überraschend nahbar. Durch die kleine Halle wirkte vieles persönlicher, fast familiär. Zwischen den Songs nahm sich WOODZ immer wieder Zeit, mit den Fans zu sprechen, fragte irgendwann sogar nach Geburtstagskindern und sang schließlich gemeinsam mit der Halle „Happy Birthday“ für mehrere MOODZ im Publikum. Genau diese kleinen Momente machten den Abend so besonders.
Ein weiteres Highlight war der spezielle Coversong, den WOODZ je nach Land austauschte. Für Deutschland entschied er sich für „99 Luftballons“ von Nena und dort verwandelte sich, ähnlich wie bei seinem eigene Song GLASS, die gesamte Halle in einen großen Mitsingmoment.

Ohne Absprache entstand im Publikum während To My January ein kleiner magischer Moment: Überall gingen plötzlich Lightsticks und Taschenlampen an und verwandelten die Halle in ein Lichtermeer. WOODZ wirkte sichtlich gerührt und fragte ungläubig: „Was this an event or just freestyle?“, offenbar konnte er kaum glauben, dass diese Aktion nicht vorher geplant worden war.
Überhaupt lebte der Abend von dieser besonderen Verbindung zwischen WOODZ und seinem Publikum. Gerade weil die Venue kleiner war, fühlte sich alles unmittelbarer an: jede Interaktion, jedes Lächeln, jeder gemeinsame Refrain.
Natürlich ging das Konzert am Ende viel zu schnell vorbei. Danach leerte sich das Zoom nur langsam. Viele Fans blieben noch draußen stehen, machten Fotos, unterhielten sich über ihre Lieblingsmomente oder versuchten einfach, den Abend noch ein kleines bisschen festzuhalten.

Wenn Frankfurt eines gezeigt hat, dann vor allem das: WOODZ schafft genau die Art von Konzert, die sich gleichzeitig groß und unglaublich persönlich anfühlt. Mit seiner Mischung aus emotionalen Songs, Rocksound und ehrlicher Bühnenpräsenz zieht er Menschen mühelos in seinen Bann. Und auch wenn diese Europa-Tour nur wenige Städte umfasste, bleibt am Ende vor allem ein Gedanke: Hoffentlich kommt er beim nächsten Mal mit noch mehr Stops zurück.
