2026 JUNHEE EUROPE TOUR „INTO THE OCE@N“ in Berlin

08. März 2026 | Hole44, Berlin

Am Sonntagabend wurde das Hole44 in Berlin zu einem Ort, an dem sich die Distanz zwischen Idol und Publikum fast vollständig auflöste. Park Junhee, vielen besser bekannt als Junhee von A.C.E, brachte seine Solo-Tour in die Hauptstadt und bewies dabei, dass er als einzelner Künstler eine Bühne genauso mühelos füllen kann wie seine ganze Gruppe.

Die Tour folgt auf ein intensives Jahr für den Sänger. Im September 2025 veröffentlichte Junhee sein erstes Soloalbum, danach ging es auf eine erfolgreiche Nordamerika-Tour. Europa sollte ursprünglich nur ein kurzer Abstecher sein, bevor die Reise nach Lateinamerika weitergeht. Doch der Plan änderte sich kurzfristig: Die Europa-Shows liefen so gut, dass weitere Stopps drangehängt wurden. Lateinamerika muss dafür leider bis August warten.

Schon nach den ersten Songs wurde klar, dass Berlin für Junhee mehr als nur eine weitere Stadt auf der Tour-Karte war. Immer wieder hielt er inne, um die Reaktionen aus dem Publikum aufzusaugen. Nach besonders lautem Jubel grinste er breit ins Mikrofon und kommentierte glücklich: „It’s like it’s my birthday.“

Dass ihn die Energie überraschte, sagte er mehr als einmal. Die Stimmung erinnere ihn an Köln, ein weiterer deutscher Stopp auf der Tour. Deutschland selbst scheint für Junhee ohnehin eine besondere Bedeutung zu haben: Der vielleicht charmanteste Moment des Abends entstand bei einer kleinen Anekdote. Der Song „Night“ wurde laut ihm nur deshalb veröffentlicht, weil ihn ein Fan jahrelang darum gebeten hatte. Fünf Jahre lang, wie er erzählte. Das Beste daran: Junhee war überzeugt, dieser Fan sei deutsch, schließlich tauchte sie oftmals bei deutschen Konzerten auf. Es stellte sich aber heraus, dass sie eigentlich aus Kroatien kommt. Junhee selbst scheint bis heute nichts von dieser Enthüllung zu wissen.

Musikalisch bewegte sich der Abend zwischen Solo-Material, Songs aus der Diskografie von A.C.E und mehreren Cover-Stages, die geschickt zwischen den eigenen Tracks platziert waren. Diese Übergänge hielten die Dynamik konstant hoch. Besonders laut wurde es bei „Umbrella“, einem seiner Solosongs. Das Publikum sang so intensiv mit, dass Junhee irgendwann lachend unterbrach: „This is my song! Hey!“, halb protestierend, halb offensichtlich begeistert. Auch die Cover kamen hervorragend an. Vor allem „Your Idol“ aus K-Pop Demon Hunters verwandelte die Halle in einen kollektiven Mitsingmoment. Noch überraschender: Auch „Blinding Lights“ von The Weeknd entpuppte sich als Publikumsfavorit und wurde fast genauso laut gefeiert.

Zwischen den Songs nahm sich Junhee immer wieder Zeit für lockere Gespräche mit dem Publikum. Dabei landete er irgendwann beim Thema deutsches Essen und zeigte sich gleichermaßen fasziniert wie verwirrt. Döner und Currywurst wurden vom Publikum eingeworfen. Besonders die Currywurst schien ihn jedoch zu irritieren: „You guys eat sausage with curry??“ fragte er mit ehrlicher Verwunderung, offensichtlich mit einer anderen Vorstellung von Curry im Kopf.

Als ihm schließlich ein Berliner gereicht wurde, testete er das Gebäck live auf der Bühne. Das Urteil: „Very tasty.“ Die Erdbeermarmelade gefiel ihm, aber insgesamt sei es „too sweet“. Noch mehr Verwirrung entstand bei seiner Kalorienrechnung. Er meinte, so ein Berliner sei so gehaltvoll, dass er ihn „an zwei Tagen essen“ müsse: eine Aussage, die im Publikum auf kollektives Unverständnis stieß. Zwei Berliner am Tag? Absolut. Einen Berliner über zwei Tage verteilt? Naja.

Seine finale Bewertung fiel dennoch eindeutig aus: eine „10 von 9“.

Nach dieser kleinen kulinarischen Episode ging es musikalisch weiter, und plötzlich wirkte der Abend deutlich kürzer, als er eigentlich war. Die Setlist raste ihrem Ende entgegen, bis Junhee die Bühne verließ, nur um kurz darauf für eine Zugabe zurückzukehren.

Die Encore brachte weitere Songs von A.C.E zurück auf die Bühne, außerdem wiederholte er „Umbrella“ und „Supernova“, bevor das Konzert schließlich mit „Too Bad“ endete.

Kurz darauf leerte sich die Halle langsam. Einige Fans blieben noch für Benefit-Tickets im Inneren, doch auch draußen vor dem Venue löste sich der Abend nicht sofort auf. Gruppen standen noch zusammen, tauschten Eindrücke aus, machten Fotos miteinander und hielten den Moment fest: kleine Versuche, einen Konzertabend zu konservieren, der für viele viel zu schnell vorbei war.

Wenn dieser Sonntag im Hole44 eines gezeigt hat, dann das: Junhee funktioniert nicht nur als Teil einer Gruppe. Er trägt eine Bühne auch allein, mit Humor, überraschend persönlichen Momenten und einer Energie, die das Publikum genauso zurückgibt, wie sie von ihm ausgeht.

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